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  • 07.04.10 - Großbritannien als Versuchsfeld für Print-Zukunft

  • Neue Modelle müssen sich bei den Briten bewähren

    Mit der Ankündigung, die Londoner Times und das dazugehörige Sonntagsblatt bald nur noch kostenpflichtig im Internet anzubieten, hat der Medienkonzern News Corp. die Diskussion um die Zukunft der Zeitungen neu angestachelt. Nur wenige Tage später schlägt die schottische Zeitung The Southern Reporter denselben Weg ein.

    Zukunft der Printmedien

    Nicht nur bei der Auflage trennen die beiden Publikationen Welten, dennoch zeigten beide Ankündigungen, dass Großbritannien so etwas wie ein Testgebiet für die Zukunft der Printmedien sei, berichtet die New York Times. Noch sei nicht entschieden, ob und auf welchem Weg sich Zeitungen in der digitalen Ära behaupten könnten.

    Unklar ist, ob man genügend Leser überzeugen kann, für Online-Content zu bezahlen, um die Verluste bei Print-Werbung und Auflage auszugleichen oder ob es sinnvoller ist, Web-Content weiterhin gratis zur Verfügung zu stellen und auf steigende Einnahmen aus Online-Werbung zu hoffen. Großbritannien entwickle sich in dieser Frage zu einer Art Versuchsgebiet, so Vanessa Clifford von der Media-Agentur Mindshare.

    "Großbritannien liebt immer noch Zeitungen, trotz des Geredes über deren Untergang. Wenn es nicht gelingt, die Briten dazu zu bringen, dafür zu bezahlen, dann wird man es wahrscheinlich nirgendwo schaffen." Tatsächlich geht es dem britischen Zeitungsmarkt vergleichsweise gut. Die zehn größten Zeitungen verkaufen gemeinsam 10 Mio. Zeitungen pro Tag.

    Spuren im Zeitungsmarkt

    Umgelegt auf die 60 Mio. Einwohner ist das ein hoher Prozentsatz und liegt deutlich über den Werten von Frankreich oder Italien. Außerdem sei die Bedeutung von Exklusivmeldungen in Zeitungen, sogenannten Scoops, nach wie vor sehr groß. Nichtsdestotrotz haben auch in Großbritannien der Start ins digitale Zeitalter und nicht zuletzt die Wirtschaftskrise ihre Spuren im Zeitungsmarkt hinterlassen.

    Quelle: presstext.ch


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