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  • 27.11.09 - DJV-Kongress: Kampf gegen Google verlogen

  • Online Marketing

    Verlage wollen lediglich mit Paid Content Kasse machen

    Beim Mainzer Kongress "besser online" http://rdn-online.de/besseronline/ des DJV haben Vertreter von klassischen Medien, Onlinemedien und Blogs am Wochenende über aktuelle Themen des Internet-Journalismus diskutiert. Die Podiumsdiskussionen und Fachforen waren mit interessanten Experten bestückt. Häufig fehlte aber eine lebendige Debatte, was teilweise an den etwas emotionslosen Moderationen lag.

    Beim Eröffnungspodium "Google sei bei uns" sagte Björn Sievers (http://bjoern-sievers.de), stellvertretender Ressortleiter Wirtschaft/Finanzen von Focus Online, dass die Blockadestrategie von Rupert Murdoch und Springer gegen Google zum Scheitern verurteilt sei: "Technisch ist es einfach möglich, Google und jede andere Suchmaschine über eine kleine Textdatei, die man auf dem Server ablegt, auszuschließen. Das ist kein Hexenwerk. Wenn man sich den Traffic von großen Nachrichten-Websites anschaut, dann liegt der Prozentanteil des Google-Traffics ungefähr zwischen 30 und 60 Prozent. Das bedeutet, dass ein typisches deutsches Nachrichtenportal um die Hälfte schrumpfen würde, wenn man Google ausschließt". Entsprechend verlieren Verlage Anzeigenerlöse über die Websites.

    Kein Erfolg für Paid-Content-Strategien

    Man könne zwar versuchen, diesen Verlust durch Paid-Content-Strategien wieder aufzufangen. Sievers glaubt allerdings nicht an den Erfolg dieses Vorgehens. Bei allgemeinen Nachrichten werde man damit scheitern. Eher funktioniere so etwas bei der Stiftung Warentest, wo man vor dem Kauf einer Waschmaschine vielleicht auch Geld für einen Testbericht ausgibt, weil man dann in der Relation zum Kaufpreis wichtige Informationen erhält.

    Wenn Murdoch und Springer es wahrmachen und Kassenhäuschen für die Nutzung ihres Contents aufstellen, dann kommt der Markt für Journalismus wieder in Bewegung und es gibt neue Chancen für alternative Angebote wie den Heddesheimblog von Hardy Prothmann.

    Der freie Journalist Albrecht Ude warf die Gegenfrage auf. Was würden Verleger sagen, wenn Google die Entscheidung trifft, Verlage auszusperren? "Die würden schreien, die würden klagen, die würden verzweifelt sein und das sind sie eigentlich auch jetzt schon. Die Verleger versagen. Es ist die Aufgabe der Verleger, aus guten Inhalten auch irgendwann gutes Geld rauszukriegen und das schaffen sie im Internet zur Zeit nicht".

    Google-kritische Haltung "verlogen"

    Lars Reppesgaard, Autor des Buches "Das Google-Imperium", findet es verlogen, wenn die Verleger behaupten, sie würden durch Google enteignet werden. Als Autor finde er diese Position unverschämt, da ihn Verleger jeden Tag mit Buy-out-Verträgen und anderen Unfreundlichkeiten knebeln würden. Dadurch werde man als Urheber faktisch enteignet durch das Ungleichgewicht der Kräfte. Beim Druck, den Verleger derzeitig gegen Google aufbauen, gehe es nicht um die Aufrechterhaltung von Qualitätsjournalismus, sondern nur um eine bessere Verhandlungsposition mit dem Mountain View-Konzern.

    Auch der kartellrechtlich begründete Monopolvorwurf gegen Google gehe ins Leere. Ude wies darauf hin, dass die Nutzer freiwillig bei Google seien und jederzeit mit einem Mausklick eine andere Suchmaschine wählen können. "Wir machen Google zum Monopolisten und nicht Google selbst ist der Monopolist", so Ude, Initiator des Projektes "Eine Woche ohne Google" http://einewocheohne.wordpress.com.

    Quelle: pressetext.ch


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